KI-Chatbots in WhatsApp: Was die EU 2026 entschieden hat und was das für dich bedeutet

KI-Chatbots in WhatsApp: Was die EU 2026 entschieden hat und was das für dich bedeutet

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Du hast ChatGPT in WhatsApp geschrieben wie jedem anderen Kontakt. Dann blieb die Nummer im Januar stumm, Copilot schickte eine Abschiedsnachricht, und im Juli antwortete ChatGPT plötzlich wieder, während ein Kollege in London immer noch wartet. Es war ein unübersichtliches Jahr voller Behörden, Gebühren und Klagen.

Am 15. Januar 2026 begann Meta, allgemeine KI-Chatbots wie ChatGPT, Copilot und Perplexity aus der WhatsApp Business API auszusperren; übrig blieb nur Meta AI. Am 9. Juni 2026 ordnete die EU-Kommission an, dass Meta diesen KI-Chatbots im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum wieder kostenlosen Zugang zu WhatsApp geben muss, solange sie ermittelt (Italien hatte bereits eine eigene Anordnung), und Brasilien, Italien und die Türkei erzwangen ähnliche Ausnahmen. Mit einer deutschen oder österreichischen Nummer antwortet ChatGPT also wieder; außerhalb dieser Länder gilt die Sperre weiter. Nichts davon betrifft Assistenten, die als verknüpftes Gerät auf deiner eigenen Nummer laufen, wie Perisclaw.

Was hat Meta im Januar 2026 geändert?

Am 15. Oktober 2025 nahm Meta eine Klausel in seine WhatsApp-Business-Bedingungen auf, die „AI Providers“ (KI-Anbieter) ausschließt, deren Hauptprodukt die KI selbst ist, also große Sprachmodelle und allgemeine Assistenten. Support- und Sendungsverfolgungs-Bots waren nicht betroffen. Die Regel trat am 15. Januar 2026 in Kraft, und an diesem Tag verschwanden ChatGPT, Microsoft Copilot und Perplexity aus WhatsApp. Metas Bedingungen sagen das bis heute, mit Ausnahmen nur für die Länder, in denen Behörden Meta dazu gezwungen haben.

KI-Chatbots in WhatsApp: Was genau hat die EU-Kommission angeordnet?

Die Kommission leitete im Dezember 2025 ein Kartellverfahren ein. Im März 2026 ließ Meta konkurrierende Assistenten wieder zu, allerdings gegen eine Gebühr pro Nachricht, die nach Ansicht der Kommission „in der Praxis der bisherigen Zugangssperre gleichkam“.

Am 9. Juni 2026 erließ sie einstweilige Maßnahmen, ein Instrument, das sie nur selten einsetzt. Meta musste demnach:

  • Den Zugang wiederherstellen: allgemeinen KI-Assistenten von Drittanbietern die Nutzung der WhatsApp for Business API zu den Bedingungen erlauben, die vor dem 15. Oktober 2025 galten, und die waren kostenlos.

  • Ihn offen halten: diesen Zugang beibehalten, bis die Kommission eine endgültige Entscheidung in dem Fall trifft.

  • Schnell handeln: die Anordnung innerhalb von fünf Werktagen umsetzen, sonst drohen Geldbußen von bis zu 10 % des Jahresumsatzes und tägliche Zwangsgelder.

Das ist kein endgültiges Urteil darüber, dass Meta gegen das Recht verstoßen hat; die eigentliche Untersuchung (Fall AT.41034) läuft weiter. Meta nannte die Anordnung „regulatorische Übergriffigkeit“ („regulatory overreach“) und reichte im August 2026 Klage beim Gericht der Europäischen Union ein. Zu den Beschwerdeführern gehörte The Interaction Company, das Start-up hinter Poke.

Was ist in Brasilien, Italien und der Türkei passiert?

Brasilien: Die Wettbewerbsbehörde CADE ordnete im Januar 2026 an, dass Meta die Regel aussetzt, und Meta nahm +55-Nummern vom ersten Tag an aus. Ab dem 11. März verlangte Meta dort von KI-Anbietern 0,0625 US-Dollar pro Nachricht. Im April entschied CADE, dass diese Gebühr gegen die Anordnung verstößt, und hielt an einem täglichen Bußgeld von 250.000 BRL fest, doch ein Bundesgericht in São Paulo setzte dieses Bußgeld am 29. April aus. Auf Metas AI-Providers-Seite steht Brasilien weiterhin als kostenpflichtiger Markt.

Italien: Die Wettbewerbsbehörde AGCM ordnete im Dezember 2025 eine Aussetzung an, sodass italienische Nummern schon vor dem Rest Europas ausgenommen waren.

Türkei: Am 5. Juni 2026 gab die türkische Wettbewerbsbehörde eine Untersuchung und einstweilige Maßnahmen bekannt, die sie am 14. Mai beschlossen hatte. Meta nahm die Türkei (+90) ab dem 15. Oktober 2026 ohne Gebühren in seine Liste zugelassener Länder auf.

Welche KI-Chatbots funktionieren jetzt in WhatsApp?

Stand November 2026 hängt das von der Ländervorwahl deiner Nummer ab, nicht davon, wo du gerade bist: Eine +49-Nummer funktioniert auch im Urlaub außerhalb Europas, eine britische Nummer dagegen nicht, selbst in Berlin.

Chatbot

Status

ChatGPT (1-800-ChatGPT)

Seit dem 13. Juli 2026 zurück, nur für Nummern aus dem EWR (auch Deutschland und Österreich)

Microsoft Copilot

Seit dem 15. Januar 2026 weg; Microsoft verweist auf die eigenen Apps

Perplexity

Seit dem 15. Januar 2026 abgeschaltet

Luzia, Zapia

Funktionieren weiter für brasilianische Nummern

Poke

In Apple Messages und Telegram; WhatsApp nur in einigen Ländern

Meta AI

Überall integriert, wo es angeboten wird

Hast du eine deutsche, österreichische oder andere Nummer aus dem EWR, kannst du ChatGPT in WhatsApp wieder schreiben. Mit einer indischen, US-amerikanischen oder britischen Nummer oder einer aus den meisten Ländern Lateinamerikas außer Brasilien bleiben die allgemeinen Bots in WhatsApp gesperrt. Die Apps funktionieren weiterhin; nur der WhatsApp-Kontakt ist weg.

Bots auf Metas Business-Plattform vs. ein Assistent auf deiner eigenen Nummer

Jeder Chatbot in dieser Tabelle ist ein Business-Konto, dem du schreibst. Er läuft auf Metas WhatsApp Business Platform, also entscheiden Metas Bedingungen, ob es ihn in deinem Land geben darf und was er den Anbieter kostet. Außerdem sieht er nur, was du ihm schickst.

Perisclaw funktioniert anders. Es verbindet sich als verknüpftes Gerät mit deiner eigenen WhatsApp-Nummer, genau wie WhatsApp Web, und läuft mit einer normalen WhatsApp- oder WhatsApp-Business-Nummer. Es nutzt nicht die Business API, deshalb gilt die AI-Providers-Regel dafür nicht. Du sprichst mit ihm im Chat mit dir selbst oder tippst /claw in einem beliebigen Chat; es liest die Chats, die du erlaubst, bringt dich in vollen Gruppen auf den Stand, behält im Blick, was du anderen zugesagt hast, und entwirft Antworten, die es erst nach deiner Freigabe sendet. Du kannst es auch mit ChatGPT oder Claude verbinden und beide nach deinen eigenen Chats fragen.

Ein ehrlicher Hinweis: Verknüpfte Geräte wurden nicht für externe Tools gebaut, und das WhatsApp-Hilfecenter warnt, dass inoffizielle Apps zu einer Sperre führen können. Perisclaw ist für normale private Nutzung gebaut und stoppt nach 15 Chats, bevor irgendetwas nach Massenversand aussieht.

Perisclaw sortiert WhatsApp-Chats so, dass die, die eine Antwort brauchen, oben stehen

Einen direkten Vergleich mit Metas eingebautem Assistenten findest du in Meta AI in WhatsApp vs. Perisclaw (auf Englisch).

Häufige Fragen

Hat die EU KI-Chatbots in WhatsApp verboten?

Nein, im Gegenteil. Meta hat konkurrierende Chatbots ausgesperrt; die EU-Kommission hat Meta angewiesen, sie im gesamten EWR wieder kostenlos zuzulassen, solange sie ermittelt (Italien war bereits durch eine eigene Anordnung abgedeckt).

Ist die Entscheidung der EU endgültig?

Nein. Es ist eine einstweilige Maßnahme, die bis zur endgültigen Entscheidung der Kommission gilt, und Meta hat dagegen Klage beim Gericht der EU erhoben.

Kann ich ChatGPT in WhatsApp mit einer deutschen Nummer nutzen, oder außerhalb Europas?

Mit einer deutschen (+49) oder anderen EWR-Nummer ja: 1-800-ChatGPT antwortet seit dem 13. Juli 2026 wieder. Mit einer indischen oder US-amerikanischen Nummer nein, denn es antwortet nur Nummern aus dem EWR. Dann kannst du die ChatGPT-App nutzen oder dein WhatsApp über das ChatGPT-Plugin von Perisclaw mit ChatGPT verbinden.

Warum funktioniert Meta AI weiterhin überall?

Meta AI ist Metas eigener Assistent, und die Regel betrifft nur externe KI-Anbieter. Genau diese Schieflage, Metas Assistent drin und die Konkurrenz draußen, haben die Behörden beanstandet.

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